installation + object
heather sheehan installation + object
'friends, the tall and the small' installation view in the former synagouge, 2012
Kunstverein Oerlinghausen, Germany
photo: Maren Radke

The needle-sculpted textile objects made between 2004 and 2011, range from 5 inches to 10 feet tall. The strange presence and familiarity of these ‘beings’, regardless of size, age or beauty, allows viewers to experience their individual capacity for empathy.

heather sheehan installation + object
'messenger', installation view, 2012 at Sylvia Wald & Po Kim Foundation
New York, NY.

The needle-sculpted textile objects made between 2004 and 2011, range from 5 inches to 10 feet tall. The strange presence and familiarity of these ‘beings’, regardless of size, age or beauty, allows viewers to experience their individual capacity for empathy. In collaboration with the Belgian photographer, Bart Michielsen, enlarged portraits expand the impact of these works.
heather sheehan installation + object
'visitors', installation view, 2012
Sylvia Wald & Po Kim Foundation, New York, NY.

The needle-sculpted textile objects made between 2004 and 2011, range from 5 inches to 10 feet tall. The strange presence and familiarity of these ‘beings’, regardless of size, age or beauty, allows viewers to experience their individual capacity for empathy. In collaboration with the Belgian photographer, Bart Michielsen, enlarged portraits expand the impact of these works.
heather sheehan installation + object photo: Eberhard Weible
'Visitors and other beings' installation view, 2011
City Museum of Siegburg, Germany
photo: Eberhard Weible

The needle-sculpted textile objects made between 2004 and 2011, range from 5 inches to 10 feet tall. The strange presence and familiarity of these ‘beings’, regardless of size, age or beauty, allows viewers to experience their individual capacity for empathy.
heather sheehan installation + object photo: Eberhard Weible
'Visitors and other beings' installation view, 2011
City Museum of Siegburg, Germany
photo: Eberhard Weible

The needle-sculpted textile objects made between 2004 and 2011, range from 5 inches to 10 feet tall. The strange presence and familiarity of these ‘beings’, regardless of size, age or beauty, allows viewers to experience their individual capacity for empathy.
heather sheehan installation + object height: 285 cm/ 11'
'friend' 2006/2008, face detail
textile, glass eyes, resin mouth
height: 285 cm/ 11'

The needle-sculpted cloth objects made between 2004 and 2011, range from 5 inches to 10 feet tall. The strange presence and familiarity of these ‘beings’, regardless of size, age or beauty, allows viewers to experience their individual capacity for empathy.
heather sheehan installation + object height 92 cm / 36 inches
'small friend' 2008, detail view
textile, glass eyes
height 92 cm / 36 inches

The needle-sculpted cloth objects made between 2004 and 2011, range from 5 inches to 10 feet tall. The strange presence and familiarity of these ‘beings’, regardless of size, age or beauty, allows viewers to experience their individual capacity for empathy.
heather sheehan installation + object 8 x 10 x 8 cm/3" x 4" x 3"
'2nd visitor' 2004
textile, resin, saliva, wood
8 x 10 x 8 cm/3" x 4" x 3"
photo impressions by Nola Bunke at www.nola-bunke.de

The needle-sculpted cloth objects made between 2004 and 2011, range from 5 inches to 10 feet tall. The strange presence and familiarity of these ‘beings’, regardless of size, age or beauty, allows viewers to experience their individual capacity for empathy.
heather sheehan installation + object The monumental female textile figure, 'her', is accompanied by a 6 meter scroll paperwork of ink portraits illustrating a prose poem written by the artist.
'her' 2011, installation view
City Museum of Siegburg, Germany
The monumental female textile figure, 'her', is accompanied by a 6 meter scroll paperwork of ink portraits illustrating a prose poem written by the artist.
photo: Eberhard Weible
heather sheehan installation + object photo: Harry Zdera
'beings', installation view, 2009, Neue Galerie Landshut, Germany
a series of textile sculptures depicting animal embryos in a state of sleep or full consciousness.
photo: Harry Zdera
heather sheehan installation + object textile, glass eyes, resin, saliva, wood, felt, beeswax, wood chips
'being tailed', installation view, 2009, Neue Galerie Landshut, Germany
photo: Harry Zdera
textile, glass eyes, resin, saliva, wood, felt, beeswax, wood chips
heather sheehan installation + object
'swimming being', installation view, 2009, Neue Galerie Landshut, Germany
textile, glass eyes, resin, saliva, wood, felt, beeswax, wood chips
heather sheehan installation + object
'swimming being', installation detail, 2009, Neue Galerie Landshut, Germany
textile, glass eyes, resin, saliva, wood, felt, beeswax, wood chips
heather sheehan installation + object length: 10 cm / 4 inches
'sleeping being' , 2008
textile, glass eyes, resin, saliva, leaf stems
length: 10 cm / 4 inches
heather sheehan installation + object curated by Jochen Heufelder
soulfood installation at Kunstraum Fuhrwerkswaage, 2003
raw ingredients for classic German children's porridge: Milchreis, 1 cubic ton rice, 1 cubic ton sugar, 50Kg cinnamon. You provide the milk.
curated by Jochen Heufelder
catalog centerfold photo by Friedrich Rosenstiel

Manfred Schneckenburger zur Eröffnung am 16.3.2003

Meine Damen und Herren,

zum ersten Mal begegnete ich Skulpturen von Heather Sheehan auf einer Ausstellung im Duisburger Lehmbruck Museum. Die Ausstellung hieß ‘Unter der Haut: Transformationen des Biologischen in der zeitgenössischen Kunst’.

Von Heather Sheehan: eine Reihe steril gekachelter weisser Kojen, wie Abteile einer Säuglingsstation mit Brutkästen. Unter durchsichtigen Plastikzelten schwer definierbare, schleimige Kreaturen zwischen Objekt und Organ. Verletzliche, manipulierbare und manipulierte Wesen mit stumpfen, unentwickelten Auswüchsen. Nadeln und Klammern hielten sie zusammen. Schläuche leiteten irgendeine Nährflüssigkeit zu. Handelt es sich, wie Prof. Dr. Nurse - Heather Sheehan - auf einem Videoband erklärt, um Exemplare einer grotesk deformierten Lebensform, die mit allen Mitteln der Apparatemedizin am Leben gehalten werden soll? Wird für die hilflosen, entstellten Wesen ohne Kopf und artikulierte Gliedmaßen wie auf einer Brutstation gesorgt? Sie appellieren an unsere Hilfsbereitschaft, lösen durch ihre Vaseline-glänzenden Leibstumpen aber auch Abwehr, ja Ekel aus.

Warum der Hinweis auf eine ältere Ausstellung, zwei Jahre zurück? Was haben die klumpigen Kreaturen und ihre Schläuche mit der kargen und doch opulenten Installation in der Fuhrwerkswaage zu tun? Kann es einen größeren Gegensatz geben als die schleimigen kleinen Monster und das monumentale Stilleben aus Zutaten für eine beliebtes (manchmal auch: verhasstes) Kinderessen? Wenn wir die Antwort auf diese Frage, nein, nicht herausfinden, sondern nachempfinden, stehen wir im Zentrum von Heather Sheehans Denken, Fühlen und künstlerischer Arbeit. Dann erläutern die pflegebedürftigen Klumpen, vor denen mir in Duisburg unbehaglich bis zur Beklemmung wurde, sich wie von selbst. Dann stehen die Minimonster am Gegenpol einer Herausforderung. Ihre Abhängigkeit von Apparaten kontrastiert mit der Fürsorge, die liebevoll ‘Soulfood’ - Seelennahrung - zubereitet. Denn Sie haben natürlich längst gemerkt, was ‘Seelennahrung’ meint: den vertrauten Milchreis unserer Kindheit, für den alle Ingredienzen in der Fuhrwerkswaage versammelt sind. Sie verstehen, warum Heather Sheehan ihre ganze künstlerische Arbeit unter Begriffe wie Bedürfnis und Fürsorge stellt. Sie verstehen, dass in Heather Sheehan - ich kann das nur so kitschig sagen - ein großes Herz schlägt, das dem Appell der kleinen Monster ebenso folgt wie dem der Kinder.

Mit den christlichen Kardinaltugenden Caritas hat das ebensowenig zu tun wie mit vager Gefühlsseligkeit. Ihre starke Emotion ist elementar und ergiesst sich in gezielte künstlerische Strategien. Wie kam sie zu ihrer Kölner Installation? Ich erinnere mich an das Staunen, als die Amerikanerin das alte deutsche Kindergericht für sich entdeckte. Ich hatte das Gefühl: Wäre sie nicht auf das Kinderessen gestoßen - sie hätte es förmlich erfinden müssen. So perfekt passt es mit seinen sinnlichen Assoziationen in ihre fürsorgliche Welt - weich genug für Gaumen, die noch ohne Zähne sind und obendrein von verführerischem Duft.

Doch gewiss enthält die Süßspeise auch herbe Irritationen. Gewiss lässt ‘Soulfood’ auch andere, härtere Reflektionen und Querverbindungen zu. Gewiss schwingt im Staunen von Heather Sheehan über den süßen Brei auch eine soziale, politische Dimension mit. Ein Grundnahrungsmittel, von dem ganze Völker abhängen (oder abhingen) als Dessert für Kinder? Was für ein Luxus, der nur deshalb nicht an Verwöhnung grenzt, weil er den Kindern wie auf den Leib geschrieben scheint.

In der Fuhrwerkswaage gewinnen Reis, Zucker, Zimt aber nicht Kilo für Kilo, Gewicht. Sie werden förmlich und feierlich zelebriert. Zwei einsehbare Quader, rhythmisch exakt plaziert und zusammen mit dem herabhängenden Sack in eine Dreiecksformation gebracht. Erinnern die Quader nicht Kuben von Donald Judd, der Sack nicht von Robert Morris? Die Hauptmeister der Minimal Art als Gewährsleute für präzise Setzungen im Raum? Eine Dreiheit, in der die Zweizahl klar geschieden ist und das Ganze mit der Zwei- und Dreizahl der Fenster korrespondiert. Kein überflüssiges Wort. Keines zuviel, keines zu wenig. Epigrammatische Prägnanz. Die Inszenierung ‘sitzt’ und betont mit ihren gehäuften Körnern und Kristallen die lichte Strahlkraft des Raumes, der einmal die schönste Trafostation Deutschlands genannt wurde. Heather Sheehan muss diesen Anklang an ein sakrales Ambiente bemerkt und ergriffen haben, denn sie verbindet den Purismus des ausgeräumten Nutzraumes mit dem Minimalismus moderner Positionen zur Aura eines Stillebens mütterlicher Fürsorge.

Gehe ich zu weit mit meiner Anmutung, wenn ich in der ganz vagen, nirgends verdichteten Trinität Kirche, Kind, Mutter von Ferne das Bild einer säkularisierten Madonna auftauchen sehe? Oder ruft das Ensemble viel profanere Erinnerungen wach? An überdimensionale Care-Pakete aus Amerika z. B., in denen nach 1945 meine erste Wühlarbeit in Reis, Milchpulver und Zucker stattfand?

Nobilitiert die Installation eine verwandte Dreiheit, packt sie in Container und gibt dem durch eine Atmosphäre zwischen Kunstraum uns Kapelle rituelle Gemessenheit? Unmengen Reis, Zucker, Zimt, eingebette in einen kargen Kokon umsorgender Hinneigung. Wir müssen das emphatisch nachvollziehen, um den Bogenschlag von den kleinen Monstern im Labor zu den kindlichen Konsumenten des süßen Breis zu schaffen. Um das Spannungsfeld zwischen klebrig süßem Genuss und dem Grundnahrungsmittel für Millionen zu überbrücken. Jochen Heufelder betont in einem Text den Gegensatz zwischen der Luxusversion für Kinder und der täglichen Mahlzeit für weite Teile der Welt - und öffnet damit einen weiten Horizont, vor dem ‘Soulfood’ steht. Die Furhwerkswaage beugt solchen Spannungen nobel vor: Nach Ende der Ausstellung fließen die ganzen Zutaten der karitativen Einrichtung ‘Kölner Tafel’ zu - mit guten Wünschen fürs seelische und leibliche Wohl.
heather sheehan installation + object photo: Alistair Overbruck
grace, 2002
clay, glass eyes
photo: Alistair Overbruck
heather sheehan installation + object
grace, installation view 2002, Galerie Martin Kudlek, Cologne, Germany
photo: Alistair Overbruck
heather sheehan installation + object clay, glass eyes, felt pillow filled with rice
'als das Ich noch eins mit der Welt war - III', 2002
'when the Id was still one with the world III', 2002
clay, glass eyes, felt pillow filled with rice
photo: Alistair Overbruck
heather sheehan installation + object
grace, installation view 2002, Galerie Martin Kudlek, Cologne, Germany
photo: Alistair Overbruck
heather sheehan installation + object
grace, installation view 2002, Galerie Martin Kudlek, Cologne, Germany
photo: Alistair Overbruck
heather sheehan installation + object video and 6 objects in tiled stalls
single opening laboratory, 2001 installation view
Under the Skin, Wilhelm Lehmbruck Museum - International Center for Sculpture
video and 6 objects in tiled stalls
photo: Alistair Overbruck
heather sheehan installation + object 3 objects in tiled stalls
single opening laboratory, 2001 installation view
Under the Skin, Wilhelm Lehmbruck Museum - International Center for Sculpture
3 objects in tiled stalls
photo: Alistair Overbruck
heather sheehan installation + object height: 145cm
Maboutae, 1999
felt, pvc, vintage vacuum cleaner, belgian beer bottle, baby bottle nipple, etc.
height: 145cm
photo: Alistair Overbruck
heather sheehan installation + object 22x 25x 20cm on tiled base
single opening (object), 1999
felt, vaseline, pvc, magnifying glass, used acupuncture needles, etc.
22x 25x 20cm on tiled base
photo: Alistair Overbruck
heather sheehan installation + object 34x 24x18cm
blind, 2000
fabric, vaseline, pvc, op cap, magnifying glass, etc.
34x 24x18cm
photo: Alistair Overbruck
heather sheehan installation + object height: 125cm
egg, 1999
caoline, vaseline, pvc, chair legs, light switch, etc.
height: 125cm
photo: Alistair Overbruck
heather sheehan installation + object Pavilion Schloss Molsberg, Westerwald, Germany, 2000
'father'
exterior installation view
Pavilion Schloss Molsberg, Westerwald, Germany, 2000
wool felt, vaseline, rope
heather sheehan installation + object Pavilion Schloss Molsberg, Westerwald, Germany, 2000
'father'
interior installation view
Pavilion Schloss Molsberg, Westerwald, Germany, 2000
wool felt, vaseline, rope
heather sheehan installation + object wool felt, pigment, wood - height 3 meters
mother, 1997
installation view
wool felt, pigment, wood - height 3 meters
photo: Dieter Schwerdtle

'Universal Mother: Made for Arolsen', Museum Bad Arolsen, in Bad Arolsen, Germany, in 1997 was Sheehan's first solo museum exhibition marked by the a catalogue documentation of the series. Set in a former prince’s bedroom in this baroque style residential castle, Heather Sheehan created an experiential environment from a sculptural trio which calls into question the power roles within the concept of a universal family.
heather sheehan installation + object wool felt, vaseline - 80 x 180 x 135 cm
child, 1997
installation view
wool felt, vaseline - 80 x 180 x 135 cm
photo: Dieter Schwerdtle

'Universal Mother: Made for Arolsen', Museum Bad Arolsen, in Bad Arolsen, Germany, in 1997 was Sheehan's first solo museum exhibition marked by the a catalogue documentation of the series. Set in a former prince’s bedroom in this baroque style residential castle, Heather Sheehan created an experiential environment from a sculptural trio which calls into question the power roles within the concept of a universal family.
heather sheehan installation + object wool felt, vaseline -  90 x 50 x 50 cm
father, 1997
installation view
wool felt, vaseline - 90 x 50 x 50 cm
photo: Dieter Schwerdtle

'Universal Mother: Made for Arolsen', Museum Bad Arolsen, in Bad Arolsen, Germany, in 1997 was Sheehan's first solo museum exhibition marked by the a catalogue documentation of the series. Set in a former prince’s bedroom in this baroque style residential castle, Heather Sheehan created an experiential environment from a sculptural trio which calls into question the power roles within the concept of a universal family.
heather sheehan installation + object wool felt, vaseline, oil stick - 16 x 40 x 16 cm
parasite, 1997
installation view Museum Bad Arolsen
wool felt, vaseline, oil stick - 16 x 40 x 16 cm
photo: Dieter Schwerdtle
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